
Wer die Abwechslung sucht, der muss am Sonntag unbedingt in die niedersächsische Stadt Quakenbrück reisen, rund 70 Kilometer von Oldenburg entfernt. Sage und schreibe vierzehn Rennen werden dort veranstaltet. Von Trabrennen über Halbblutrennen, über Kutschenparaden, Galopprennen und zum Abschluss dem traditionellen Alten Artländer Seejagdrennen reicht die Palette. Tradition besitzt der Kutschenkorso mit dreizehn historischen Karossen, eine Show der besonderen Art, die es seit über zwei Jahrzehnten im Artland gib. 10.000 Zuschauer werden auf der Rennbahn an der Dinklager Straße im Hasetal erwartet, wobei dem Artländer Rennverein wichtig ist, die ganze Familie anzusprechen. Das achtzehn Hektar große Gelände wird von der Hase umflossen, zwei Biotope und viele Hecken verwandeln das Gebiet in eine parkähnliche Landschaft. Seit 1992 werden dabei einmal im Jahr am ersten Sonntag im September Pferderennen durchgeführt. Der Höhepunkt des Renntages findet um 18.25 Uhr mit dem Alten Artländer Seejagdrennen statt, wobei die Pferde durch einen knietiefen, etwa siebzig Meter langen See galoppieren. Das Hineinpreschen in den See stellt für Pferd und Reiter eine besondere Herausforderung dar. Der Jockey muss sein Pferd in angepasster Geschwindigkeit in das Wasser lenken und zum Ausgang hin wieder beschleunigen.
Das alles zeigte in Perfektion noch jüngst beim Meeting in Bad Harzburg Stall Moorbocks Indian Sun mit ihrem ständigen Reiter Cevin Chan. Sie gewann dort beide Seejagdrennen und avancierte zur Seekönigin des Meetings. Acht Siege über die Sprünge, davon vier durch den See, stehen für die im Gestüt Trona gezogene Tannenkönig-Tochter zu Buche. Somit wird sie am Sonntag in Quakenbrück auch zur klaren Favoritin am Totalisator werden. Auch der zweite Platz scheint so gut wie festzustehen, denn der ultrabeständige Supervisor bewies im Harz mit seinem zweiten Platz hinter Indian Sun, dass er mit zehn Jahren noch längst nicht zum alten Eisen gehört und der Kronprinz in diesem Metier ist. Vielleicht kommt die größte Gefahr für Indian Sun aber aus dem eigenen Stall durch Abbanandi, der ebenfalls im Harz in beeindruckendem Stil ein Hürdenrennen gewann. Bahnkenntnis besitzt der Schützling von Pavel Vovcenko auf jeden Fall, denn im Vorjahr belegte er in Quakenbrück in einem Jagdrennen den dritten Platz, durch den See ist Abbanandi allerdings noch nicht bewährt.
Der Renntag könnte durchaus ein Festival der Vorjahressieger werden. Denn mit Biederich, Dimantina, Style and Panache und Halliday kommen vier Pferde wieder nach Niedersachsen, die 2013 dort triumphierten. Gespannt sein kann man auf den Auftritt von Christian von der Reckes Rich Forever im Ausgleich U über die Jagdsprünge. Seine Reiterin Sabrina Wandt wird mit Sicherheit dem Sonntag entgegenfiebern, denn es ist ihr erster Ritt in einem Hindernisrennen! Es geht bereits früh um 12.15 Uhr mit dem ersten Rennen los. Wichtig: Auf dem Traberkanal sind die Rennen in Quakenbrück zu sehen.
