
Als klarer 14:10-Favorit ging der von Andreas Wöhler für Australian Bloodstock trainierte Protectionist in den 126. Longines Großen Preis von Berlin. Und dieser deutlichen Favoritenrolle wurde der Monsun-Sohn aus der Zucht von Dr. Christoph Berglar in dem mit 175.000 Euro dotierten Gruppe I-Rennen über 2400 Meter am Sonntag auch vollauf gerecht.
Unter Stalljockey Eduardo Pedroza ließ das mit Abstand beste deutsche Grand Prix-Pferd der Konkurrenz Start-Ziel keine Chance, schon früh in der Zielgeraden stand der Erfolg des Sechsjährigen fest. Platz zwei ging zweieinhalb Längen hinter dem Wöhler-Schützling an die deutlich verbessert laufende Nightflower, die ihrerseits den zweiten Platz vor Guignol schon früh sicher hatte, eineinviertel Längen vor diesem blieb. Vierter wurde die Lokalmatadorin Shivaija vor dem polnischen Derbysieger Caccini und der Löwe-Stute Amona. Doch sie alle hatten nicht den Hauch einer Chance gegen das derzeit beste Pferd des Landes (Zum Video).
Gleich nach dem Start hatte Eduardo Pedroza die Führung übernommen, angesichts des kleinen Feldes, in dem kein wirklicher Frontrenner steckte, wollte er nichts riskieren, und das Tempo selbst kontrollieren. Zunächst sah man Guignol und Caccini hinter dem Favoriten, gefolgt von Amona, Shivaija und Nightflower.
Bei nicht allzu schnellem Tempo änderte sich bis Ende der Gegenseite nichts an der Reihenfolge, eingangs zum Schlussbogen verbesserte sich Nightflower jedoch zügig in Richtung Spitze. Vorne verschärfte aber eingangs zur Zielgeraden Eduardo Pedroza auf Protectionist noch einmal das Tempo, und setzte sich gleich auf mehrere Längen ab, Nightflower setzte nach, kam aber nie in die Nähe des Siegers.
„Er kann von überall gehen, von vorne ist zwar nicht optimal, aber das war uns lieber, da wir damit rechnen mussten, dass es kein Tempo gibt. Ich hatte unterwegs immer ein gutes Gefühl“, so Siegjockey Eduardo Pedroza nach dem Rennen. „Eddy hatte bei der Taktik freie Hand. es hat mich schon sehr beeindruckt, wie Protectionist auf den letzten 400 Metern noch einmal zugelegt hat. Nun läuft er im Großen Preis von Baden“, so Andreas Wöhler. Dort wird der nunmehr zweifache Gruppe I-Sieger wohl erneut auf Nightflower treffen, denn auch die Nizza-Stute soll jetzt den Iffezheimer Grand Prix bestreiten.
