Die Turfgemeinde freut sich auf die Tage an der Oos, wenn am Samstag die Große Woche in Iffezheim beginnt. Es wäre schon sehr ermutigend, wenn von diesem Meeting ein positives Zeichen ausgehen würde. Sei es ein positiver Trend beim Wettumsatz, ein überzeugender deutscher Sieger im Großen Preis von Baden, vielleicht auch ein wegweisender Beschluss bei der Jahreshauptversammlung der Besitzervereinigung am Montag in Baden-Baden.
Eines kann man dem veranstaltenden Internationalen Club zugute halten: Er versucht unverändert, in machbarem Rahmen das sportliche Niveau hoch zu halten.
Sportlich gesehen kann man sich über den Eröffnungstag bestimmt nicht beklagen. Der Preis der Sparkassen Finanzgruppe, das ehemalige Spreti-Rennen, ist ein bestens besetztes Hauptereignis geworden, mit einer Reihe von einheimischen Pferden, die schon zur Grand Prix-Klasse gehören und auf dem Sprung dorthin sind.
Als Gast kommt der Engländer Rocamadour aus den wohl bekannten West Isley Stables von Mick Channon, der seine Pferde seit Wochen und Monaten bestens in Schuss hat und gerade diese Woche noch in York zuschlagen konnte. Jockey Chris Catlin hat im Übrigen in Deutschland eine bislang hundertprozentige Ausbeute, denn sein einziger Ritt, auf Royal Power im Mehl-Mülhens-Rennen, war gleich ein Treffer.
Auch wenn Rocamadour in diesem Jahr noch nichts Aufregendes geleistet hat, sollte er beachtet werden. „Weichen Boden kann er“, heißt es aus dem Channon-Stall, der im Übrigen während der Rennwoche fast täglich Starter stellen wird.
Vom starken einheimischen Aufgebot (Quijano wurde kurzfristig wieder gestrichen, er soll bei der „Großen Woche“ im Ausgleich I oder auf Listenebene laufen) ist natürlich Simonas (Foto) sehr interessant, doch blieb der Tanaka-Wallach zuletzt auf Listenebene blass. „Wir versuchen es jetzt einmal mit Scheuklappen“, erläutert Trainer Andreas Wöhler, „er ist doch etwas schlau geworden und natürlich zudem nicht mehr der Jüngste.“
Gute Chancen müsste Fight Club haben, der sich zuletzt auf Gruppe I-Ebene in München gut aus der Affäre zog. Genios hat auf diesem Terrain schon im Frühjahr eine gute Visitenkarte abgegeben, war auf Ausgleich I-Ebene erfolgreich, die jüngsten Leistungen sollte man nicht ganz so ernst nehmen.
Ob der Lokalmatador Mohandas an den Start kommen wird, ist so sicher noch nicht. „Der Boden sollte abgetrocknet sein“, sagt sein Betreuer Werner Hefter, der auch noch ein Listenrennen am kommenden Freitag im Visier hat. Für Brisant, White Lightning und Spatzolita ist es schon nach Rechnung eine schwere Aufgabe, eher ist mit Bailamos zu rechnen, der inzwischen bei Heinz Hesse steht und in solchen Rennen immer ein Thema ist – auch wenn er seit Juni 2004 nicht mehr gewonnen hat.









