?Es w?re der Hammer?: Boccassini vor dem Super-Test

In der französischen Zweijährigen-Statistik rangiert sie mit einer Gewinnsumme von 90.100 Euro derzeit an erster Stelle. Und nach dem Motto „gekniffen wird nicht“, startet die von Mirek Rulec in Iffezheim trainierte Boccassini (Foto) am Sonntag in Deauville im Prix Morny, der zu den bedeutendsten Zweijährigen-Prüfungen Frankreichs zählt.

Mit 350.000 Euro ist diese über 1200 Meter führende Gruppe-I-Prüfung dotiert, sie führt natürlich über die Gerade Bahn. Wie beim Erfolg im Prix Robert Papin, als die vom Gestüt Westerberg gezogene Artan-Tochter in dieser Gruppe-II-Prüfung Golden Magic und Titus America in die Knie zwang, sitzt wieder Davy Bonilla im Sattel.

„Davy Bonilla hat sich sehr über das erneute Engagement gefreut, er nahm den Ritt mit größtem Vergnügen an. Boccassini ist unverändert sehr gut in Schwung, alles ist picobello in Ordnung“, erklärt der Iffezheimer Coach. „Es wäre doch der Hammer, wenn uns auch in diesem Rennen der ganz große Coup gelingen könnte“, formuliert es der einstige Jockey treffend locker.

Um die Schwere der Aufgabe ist ihm natürlich bewusst. „Da haben so richtig gute Pferde, in vielen Fällen auch spätere Gruppe-I-Sieger, die dann zu Deckhengsten aufstiegen, gewonnen“, hebt Mirek Rulec die Bedeutung des „Morny“ noch einmal hervor.

Allerdings sollte der Boden nicht zu weich sein. Gerade am letzten Wochenende hatte es in der Normandie kräftige Schauer gegeben. „Sollte das Geläuf zu schwer sein, wird die Stute nicht laufen“, fügt der Iffezheimer Trainer abschließend an.

Nach dem derzeitigen Stand der Dinge wird Aidan O‘ Brien seinen frischen Gruppe-I-Sieger Holy Roman Emperor in den Prix Morny schicken. Erst vor einer Woche hatte der Danehill-Sohn die Phoenix Stakes auf dem Curragh gewonnen und somit seinen dritten Erfolg beim vierten Versuch gelandet. Da Kieren Fallon in Frankreich unverändert in den Sattel steigen kann, wird er natürlich der Partner von Sue Magniers Vorfavoriten für die englischen 2000 Guineas des kommenden Jahres sein.

Sogar noch mit einer weißen Weste geht Stall Wertheimers Sandwaki in die Gruppe-I-Prüfung. Der von Carlos Laffon-Parias trainierte Dixieland Band-Sohn gewann jüngst beim dritten Start den Prix du Bois auf Gruppe-Ebene, blieb dabei mit eineinhalb Längen vor Boccassini. Doch nach Gewinnsumme steht die Stute aus Baden-Baden aktuell noch vor Sandwaki, der von Stalljockey Olivier Peslier geritten wird.

Nicht ungefährlich erscheint mit Elhamri ein Gast aus England zu sein. Sylvester Kirk trainiert den Noverre-Sohn, der sich zuletzt den hochdotierten Weatherbys Super Sprint in Newbury an seine Fahnen heftete. In einem Feld von 23 Pferden und unter Topweight.

In den über drei Kilometer führenden Prix Kergolay schickt Werrner Baltromei den Seriensieger Le Miracle. Es ist für den Hachtseer, der von Dominique Boeuf geritten wird, die bislang größter Herausforderung. Khalid Abdullahs von Andre Fabre trainierter Reefscape, runner up zu Yeats im Ascot Gold Cup, dürfte in klarer Favoritenrolle stehen. Die Gruppe-II-Prüfung ist mit 130.000 Euro dotiert.

Diese Zahlen stehen auch über dem Prix Jean Romanet, der das Ziel für Gestüt Ittlingens Daytona sein könnte. Für die Stutenprüfung, die vierjährige und ältere Ladies anspricht, zeichnet sich ein quantitativ eher bescheidenes Feld ab. „Aus diesem Grunde werden wir wohl am Sonntag mit Daytona in Deauville und nicht im Bremer Gruppe-Rennen laufen. Wir werden am Freitag einen französischen Jockeys engagieren“, erklärte Peter Rau.

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