
Nach dem vierten Rennen kam die Durchsage, dass die Rennleitung die Bodenangabe auf „schwer“ korrigiert hat. Nach den bodenbedingten Abmeldungen von Vorjahressieger Donnerschlag und Forgino kam mit Making Trouble sogar noch ein dritter Nichtstarter für den zur Gruppe III zählenden Sparkasse Holstein-Cup (Hamburger Flieger-Trophy) dazu und so gingen im fünften Rennen noch neun Starter in die mit 55.000 Euro dotierte 1200 Meter-Prüfung.
In doch relativ klarer Favoritenposition rückte der von Cathrine Erichsen trainierte und zuletzt zweimal auf skandinavischen Listen-Parkett siegreiche Easy Road in die Startbox ein. Doch der Compton Place-Sohn hatte so seine Schwierigkeiten mit den Gegebenheiten und kam im Einlauf nicht weiter. Am Ende nur Rang fünf. Dafür marschierte in der Zielgeraden ein Pferd auf, von dem man im Grunde nicht gar nicht wusste, was es tatsächlich kann. Es war Pavel Vovcenkos in Bremen trainierter Schäng (73:10), der einzige Dreijährige, der es mit der erprobten Flieger-Elite aufnahm. Leicht zog der Contat-Sohn aus dem Besitz des Kölner Stalles Biancolino unter Federico Boss eingangs der Zielgeraden in Front und früh war klar, dass ihn niemand mehr wird gefährden können. Innen versuchte es der am Ende viertplatzierte Auenqueller Daring Match (Jens Hirschberger/Alexander Pietsch) vergeblich und auch in der Bahnmitte war es nur noch der Kampf um die Plätze, den sich mit Fly First das zweitälteste Galopper schnappen konnte (Zum Video).
Der von Ferdinand Leve trainierte siebenjährige Big Shuffle-Sohn, der unter Andreas Helfenbein als 120:10-Außenseiter auf die Reise ging, verwies Yasmin Almenräders McQueen unter Stephen Hellyn auf den dritten Rang. Die Rennleitung überprüfte den Ausgang des Rennens auf den Plätzen, beließ es aber beim ursprünglichen Richterspruch. Lange konnte Siegereiter Federico Bossa den Sieg auf seinem Partner, der mit ihm zuletzt schon ein Listenrennen in Mailand gewinnen konnte, nicht auskosten. Da Schäng auf dem schweren Boden einen falschen Schritt machte, konnte sich Bossa, für den es sein erster Sieg in Deutschland war, nicht im Sattel halten. „Tolles Pferd, toller Trainer und tolle Besitzer“, so ein glücklicher Bossa über Schäng, der nach Shy Witch der zweite Dreijährige war, der sich auf Hamburger Gruppe-Parkett gegen die älteren Pferde durchsetzen konnte. „Er war letztes Jahr nicht auf 100 Prozent. In diesem Jahr hat er eigentlich nur gute Leistungen gezeigt. Auch der neunte Platz aus Frankreich sagt nichts über seine Leistung aus, da hatte er einen schlechten Rennverlauf. Ich hatte richtig Mumm auf ihn und Schäng hat auch noch einmal einen Sprung gemacht“, sagte der Bremer Trainer Pavel Vovcenko. Schäng ist mit diesem Sieg nun auch automatisch für die Goldene Peitsche qualifiziert. „Die goldene Peitsche haben wir im Visier. Jetzt gehen wir aber erstmal nach Hause und gucken was das Pferd macht“, schloss Vovcenko.
