Der Sieger im Preis von Europa 2013 heißt wieder Meandre (das Foto zeigt ihn bei seinem Kampfsieg gegen Empoli). Das Renngericht des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen hob die Disqualifikation des Hengstes am Mittwoch wieder auf und erklärte den Gast aus Tschechien damit zum Sieger des Kölner Gruppe I-Rennens. Empolis Disqualifikation blieb bestehen.
Meandre vor Vif Monsieur, Earl of Tinsdal und Empoli – so lautet nunmehr die Reihenfolge nach dem Urteil des Renngerichts, das einstimmig ausgefallen ist. Frank Heckenbücker, Mirko Rosskamp und Horst Greis bildeten das Renngericht bei der Berufungsverhandlung.
Das Renngericht sah in der Seitwärtsbewegung von Meandre zwar auch eine leichte Behinderung, deutete diese aber separat von der Behinderung Earl of Tinsdals durch Empoli, sah beide Vorfälle nicht als Zangenbewegung an, sondern als völlig getrennt voneinander zu behandelnde Sachverhalte. Empoli habe Earl of Tinsdal gravierend behindert, die Lücke, durch die Andrasch Starke mit Empoli wollte, sei zu klein gewesen.
Damit folgte das Renngericht unter dem Vorsitz von RA Frank Heckenbücker nicht den Ausführungen von RA Friedel Steinebach, der die Interessen von Empolis Lager vertrat. Auch nicht denen von Andrasch Starke, der wie Rennleitungs-Chef Dr. Peter Tasch, Adrie de Vries und Eduardo Pedroza als Zeuge geladen war. Andrasch Starke hatte davon gesprochen, dass er in diese Lücke, die eng, aber nicht zu eng gewesen sei, jederzeit wieder ein Pferd bringen würde. Und eine Berührung käme fa7st in jedem Rennen vor.
Von entscheidender Relevanz kristallisierte sich im Verlauf der Verhandlung heraus, dass man beide Behinderungen als zwei eigenständige Dinge sah. RA Gottfried Reims vom Kontrollausschuss des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen: ‚Von einer Zangenbwegung, von der die Rennleitung sprach, kann keine Rede sein. Beide Behinderungen passierten nicht zeitgleich. Und im Falle von Empoli, der durch eine Lücke geschickt wurde, die niemals ausreichend da war, ging eine gravierende Störung zu Lasten von Earl of Tinsdal aus.‘
Das sah auch das Renngericht so, das die Entscheidung der Kölner Rennleitung im Falle Empoli zu Gunsten von Earl of Tinsdal ‚ohne jeden Zweifel erhaben‘, wie es Vorsitzender Frank Heckenbücker ausdrückte, bestätigte. ‚Es lag eine gravierende Behinderung zu Lasten von Earl of Tinsdal vor und man kann gewiss nicht ausschließen, dass er dadurch eine bessere Platzierung verpasste.‘
Im Falle Meandre war man da anderer Meinung. Frank Heckenbücker: ‚Es ist nicht auszuschließen, dass auch im Falle von Meandre eine Behinderung vorlag. Doch sie war nicht rennentscheidend, was man aus mehreren Perspektiven sehen konnte. Zwischen Earl of Tinsdal und Meandre kam es nie zu einer Berührung, zwischen beiden Pferden war zum Beispiel aus der Frontperspektive immer noch der blaue Himmel im Hintergrund zu erkennen. Und wenn wir die Störung von Empoli einfach wegdenken, so war die Spurabweichung keineswegs als rennentscheidend anzusehen. Somit heben wir die Disqualifikation von Meandre durch die Kölner Rennleitung auf. Wir können sie einstimmig nicht mittragen.‘
So gibt es den dritten neuen Einlauf im Preis von Europa: 1. Meandre 2. Vif Monsieur 3. Earl of Tinsdal 4. Empoli









