Streik in Italien! Nun keine Rennen im Land des Stiefels

Nicht nur in Deutschland plagen den Turf erhebliche Probleme. Auch in Italien sieht es aktuell düster aus. Gleich drei Gruppe-Prüfungen sollten am kommenden Sonntag auf der Mailänder San Siro-Bahn zur Austragung kommen. Auch mit etlichen deutschen Pferden plante man für das kommende Wochenende Gastspiele in Italien. Doch sie brauchen allesamt die Reise nicht anzutreten. Die Renntage wurden abgesagt.

Am Mitwoch gingen rund 1500 Trainer, Besitzer, Züchter und Jockeys in Rom auf die Straße um gegen die Politik, die man gegenüber dem italienischen Rennsport betreibt, zu protestieren. Die Aktiven sind nicht mehr bereit Rennen durchzuführen. Bereits der Mittwochrenntag wurde abgesagt, nun gibt es auch keine Starterangabe für den Samstag und Sonntag.

Hintergrund dieser Aktion ist der deutliche Umsatzrückgang und die damit verbundene Auflage der U.N.I.R.E. an die Rennvereine, die Rennpreise um elf Prozent zu kürzen. Ausgenommen waren bislang noch die Gruppe-Rennen. Die ersten Konsequenzen der Rennvereine: Seit Ende August fielen jede Menge Renntage in Italien dem Rotstift zum Opfer.

Der U.N.I.R.E. (Ministerium für Land- und Forstwirtschaft und Aufsichtsbehörde des italienischen Pferderennsports) bleiben immer mehr Gelder aus den veranstaltenden Rennvereinen aus. Man beziffert den Rückgang auf über 30 Prozent. So kündigte die Regierung bereits eine Rennpreiskürzung von mindestens 30 Prozent für die kommenden Saison an. Darin sehen die Aktiven eine Existenzgefährdung, fühlen sich nicht mehr ausreichend unterstützt.

So entschlossen sie sich nun zu dem Schritt, in Rom auf die Straße zu gehen und gegen diese Politik zu protestieren. Ihre Marsch ging vom Regierungsgebäude zum Ministerium U.N.I.R.E.

Insider vermuten, dass die italienische Regierung den Pferderennsport – Galopp und Trab – nicht mehr mit der großen Lobby unterstützt, wie noch vor Jahren. Aus einem simplen Grund: Seit Einführung der Glücksspiele an Spielautomaten verdient die Regierung ein „Wahnsinnsgeld“ aus dieser Quelle.

„Die Italiener spielen seit Einführung vor wenigen Jahren an diesen Slot-Machines wie verrückt, für den Staat kann es keine günstigere Einnahmequelle geben“, weiß ein Beobachter aus Italien zu berichten.

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