Der positive Aspekt des Wintermeetings in St.Moritz, das am 4. Februar im Engadin beginnt, ist die Tatsache, dass die dort startenden Pferde in der Regel schon einen Aufbaustart benötigen. Arosa fällt in diesem Jahr aus, wie schon so oft, die Witterung spielt nicht mit. So sind Dortmund und Neuss gern genutzte Tätigkeitsfelder zum St.Moritz-Test.
Dieses Wochenende ist ein gutes Beispiel: Schon Samstag in Dortmund laufen mehrere Kandidaten für den Schnee, am Sonntag ist es das Altersgewichtsrennen auf der verkürzten Meile, das als Test für zwei Pferde von Carmen Bocskai genutzt wird. Mit Bischoff’s Boy, der Ritt von Ehemann und Stalljockey Georg, und Encanto laufen zwei Wallache, die in ihrer besten Zeit in Listenrennen daheim waren.
So ganz aufregend war es nicht, was sie im vergangenen Jahr abgeliefert haben, doch fand Bischoff’s Boy erst spät Tritt. Schaut man sich die letzte Form an, als er knapp hinter Arc de Triomphe und vor Fulminant war, sollte er auf eigentlich schon etwas weiter Distanz erste Chancen anmelden.
Encanto kam auch erst am letzten Renntag des Jahres in der Schweiz zum ersten Treffer, hat akkurat dieses Neusser Rennen vor zwei Jahren gewonnen. Gut genug für eine solche Aufgabe ist er allemal.
Für beide steht in zwei Wochen natürlich das Sprint-Rennen auf dem St. Moritz-See auf der Karte. Der Veteran Up and Away und der frische Sieger Nabob sollten die schärfsten Gegner der Bocskai-Pferde sein.
Zwei mittlere Handicaps sehen eine ganze Reihe von Formpferden am Start. Über 1900 Meter sollte der Seriensieger Vingtqatre Carat seine jüngste Schlappe ausbügeln können. Sein damaliger Reiter Pascal van DeKeere hatte sich damals reichlich Kritik anhören müssen, da er sein Pferd doch arg spät in die Entscheidung geworfen hatte. Diesmal reitet Christopher Ceballos-Sanchez, bei dem die Gewichtserlaubnis von Bedeutung sein sollte.
Auf dem kürzeren Weg könnten mit Lord of Paris, Bravado und Giant Gino drei Spezialisten für den Neusser Kurs die Angelegenheit unter sich ausmachen. Die ersten beiden sind längst bekannte Größen am Hessentor, Giant Gino ist erst dieses Jahr hinzugestoßen, schwimmt natürlich auch auf der aktuellen Erfolgswelle von Trainer Hubertus Fanelsa. Beide Rennen stehen unter der Sponsorship von Buchmacher Michael Sieberts, der seit Jahrzehnten in Neuss eine feste Größe ist, gerade die Winterrennen immer stark unterstützt.
Es geht auch wieder über Hürden und auch hier gilt es für ein Pferd, das unlängst nicht gewonnen hat, eine Scharte auszuwetzen. Das ist der Wallach Smartian, der als klarer Favorit in einer ähnlichen Prüfung Zweiter wurde. Wegen seiner nicht unbedingt offensiven Reitweise ist Amateurchampion Oliver Schnakenberg deswegen eine Sperre von zwei Renntagen aufgebrummt worden.
Das war dem Direktorium dem Vernehmen nach zu gering, denn Schnakenberg, der am Sonntag natürlich nicht reitet, hat sich zu Beginn der Woche in einer Berufungsverhandlung vor der Sportgerichtsbarkeit des Dachverbandes zu verantworten.











